
Englischer Kindergarten in der Schweiz 🌍 Konzepte im Vergleich: Rein englisch, bilingual oder mehrsprachig? ✓ Jetzt informieren!

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Sie haben sich entschieden: Ihr Kind soll mit der englischen Sprache aufwachsen – oder zumindest die Chance dazu erhalten. Also googeln Sie. Und landen bei Begriffen, die alle gleich klingen und doch nicht dasselbe meinen: englischer Kindergarten, bilingualer Kindergarten, internationaler Kindergarten, englische Kita, zweisprachige Frühförderung. Alles dasselbe?
Nein. Und genau das ist das Problem – und der Ausgangspunkt dieses Artikels.
Wer in der Schweiz einen „englischen Kindergarten“ sucht, stösst auf ein breites Spektrum von Einrichtungen: von der rein englischsprachigen Tagesschule für internationale Familien bis zur sorgfältig konzipierten bilingualen Kita, die Familien eine zweisprachige Frühbildung mit klarem Bezug zum Lehrplan 21 bietet. Dazwischen gibt es mehrsprachige Einrichtungen, die Englisch als Zusatzangebot vermarkten und solche, die den Begriff schlicht als Marketing-Label verwenden.
Der Begriff „englischer Kindergarten“ ist in der Schweiz nicht geschützt. Jede Einrichtung darf sich so nennen – unabhängig davon, wie präsent Englisch im tatsächlichen Alltag ist, ob ein strukturiertes Sprachprogramm existiert und ob Kinder nach dem Abschluss problemlos in die öffentliche Volksschule eintreten können. Das bedeutet: Eltern, die informierte Entscheidungen treffen wollen, müssen die richtigen Fragen stellen – und wissen, welche Variante sie überhaupt suchen.
Dieser Artikel liefert beides. Er klärt zuerst, was sich hinter dem Begriff wirklich verbirgt. Und er stellt Ihnen anschliessend die sieben Fragen vor, die Sie vor jeder Anmeldung klären sollten – präzise, ohne Umwege, mit konkreten Prüfpunkten für den Besuch.
Bevor Sie die richtigen Fragen stellen können, brauchen Sie Orientierung. Denn die Unterschiede zwischen den drei Varianten sind nicht kosmetisch – sie betreffen das pädagogische Fundament, die Alltagssprache, die Schulvorbereitung und in letzter Konsequenz den Schulübertritt Ihres Kindes.
Dazu kommt eine vierte Realität, die nicht als eigenständige Variante zählt, aber in der Praxis häufig vorkommt und unter demselben Label auftritt: Englisch als Ergänzung zur deutschsprachigen Betreuung. Gemeint sind Einrichtungen, in denen Englisch einmal pro Woche im Singkreis vorkommt, in Form von englischen Bilderbüchern oder einem wöchentlichen Native-Speaker-Besuch. Das ist wertvolle Frühförderung – aber es ist kein bilinguales Konzept, und es sollte nicht als eines verkauft werden.
Das ist die Frage, die alle anderen vorbestimmt – und sie hängt weniger von Ihren eigenen Sprachkenntnissen ab als von einer einzigen Folgefrage: Wo soll Ihr Kind nach dem Kindergarten zur Schule gehen?
Wenn die öffentliche Schweizer Volksschule eine realistische oder auch nur mögliche Option ist, dann ist die bilinguale Variante mit nachgewiesener Lehrplan-21-Anbindung die einzig sinnvolle Wahl. Ein rein englischsprachiger Kindergarten, der ausschliesslich nach britischem oder amerikanischem Curriculum arbeitet, bereitet Kinder auf einen Bildungsweg vor, der in der Schweizer Volksschule keine direkte Entsprechung hat. Das bedeutet nicht, dass der Übertritt unmöglich wäre – aber er erfordert Anpassungen, die das Kind und die Familie belasten können. Grammatikkonzepte, die auf Englisch erworben wurden, müssen auf Deutsch neu verankert werden. Mathematische Grundlagen, die nach einem anderen System eingeführt wurden, brauchen Brücken. Das ist nicht überwindbar – aber unnötig, wenn eine bilinguale Einrichtung mit LP21-Anbindung von Anfang an beide Schulwege offenhält.
Wenn dagegen eine internationale Schule geplant ist oder die Familie international mobil ist, kann die rein englischsprachige Variante die passendere Wahl sein – sie bietet sprachliche Tiefe und eine klare Vorbereitung auf international orientierte Schulprogramme wie das IB oder A-Levels.
Tabelle 2: Varianten-Empfehlung nach Familiensituation und Schulwegplan.
Sobald Sie wissen, welche Variante Sie suchen, kommt die nächste – und oft entscheidendere – Frage: Wie wird das Sprachkonzept in dieser Einrichtung konkret gelebt? Denn auch innerhalb der bilingualen Variante gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Der Begriff „bilingual" sagt noch nichts darüber aus, wie konsequent, wie durchdacht und wie wissenschaftlich fundiert das Konzept tatsächlich ist.
Das Immersionsprinzip gilt in der Spracherwerbsforschung als die wirksamste Methode für frühkindliche Zweisprachigkeit. Das Grundprinzip ist einfach: Jede Betreuungsperson spricht konsequent nur in ihrer Muttersprache – zu allen Kindern, in allen Situationen, unabhängig davon, was das Kind antwortet oder in welcher Sprache es sich an die Fachkraft wendet. Eine englischsprachige Fachkraft bleibt auch dann bei Englisch, wenn das Kind auf Deutsch antwortet, weint oder die Mutter neben ihr steht. Eine deutschsprachige Fachkraft antwortet auf Englisch immer auf Deutsch.
Warum funktioniert das? Das Gehirn kleiner Kinder ist darauf ausgelegt, Sprachen nach Menschen zu ordnen – nicht nach Regeln. Wenn ein Kind weiss: „Mit Frau Smith spreche ich Englisch, mit Herrn Müller Deutsch", entwickelt es zwei parallele Sprachsysteme. Nicht ein System mit Übersetzungen dazwischen, sondern zwei eigenständige Systeme, zwischen denen es intuitiv und mühelos wechselt. Dieser Mechanismus – das sogenannte Code-Switching – ist kein Zeichen von Verwirrung, sondern ein Zeichen von Kompetenz. Er ist das Ziel, nicht das Problem.
Das Immersionsprinzip “One Person - One Language” ist auch bei der Little Star Day School in Zürich und Zug fester Bestandteil des pädagogischen Alltags.
Manche Einrichtungen wechseln die Sprache nach Wochentag oder Aktivität: Montag auf Englisch, Dienstag auf Deutsch – oder Morgenkreis immer auf Englisch, Mahlzeiten immer auf Deutsch. Das ist eine ehrliche, pragmatische und transparent kommunizierbare Lösung. Aber neurobiologisch ist sie dem Immersionsprinzip unterlegen, weil Sprache zur kontextuellen Variable wird – das Kind lernt, Sprache mit Situationen zu verknüpfen, nicht mit Menschen. Das führt tendenziell zu einer schwächeren emotionalen Bindung an die Zweitsprache und einer langsameren Automatisierung.
Wenn eine Einrichtung Englisch vor allem in strukturierten Zusatzangeboten einsetzt – Singkreise, Geschichtenstunden, wöchentliche Native-Speaker-Besuche – dann ist das kein bilinguales Konzept. Es ist eine sinnvolle Ergänzung zu einer primär deutschsprachigen Betreuung. Das Problem entsteht, wenn Einrichtungen dieses Modell als „englischen Kindergarten" oder „bilinguale Kita" vermarkten. Eltern, die auf eine echte Zweisprachigkeit ihres Kindes hoffen, werden enttäuscht – nicht, weil das Angebot schlecht ist, sondern weil es etwas anderes ist, als versprochen wurde.
Echte bilinguale Qualität zeigt sich nicht nur in der Konsequenz des Immersionsprinzips, sondern auch in der strukturierten Sprachförderung innerhalb beider Sprachen. Für Englisch gilt das Programm Jolly Phonics als einer der wirksamsten Ansätze zur frühen Literalität: Kinder lernen Laute und Buchstabenverbindungen spielerisch und handlungsorientiert – eine Grundlage, die den Übergang in schulisches Lesen und Schreiben erheblich erleichtert. Für Deutsch bietet das KonLab-Programm eine wissenschaftlich fundierte Förderung der grammatikalischen Kompetenz und der Satzstruktur – besonders wertvoll für Kinder, die Deutsch als Zweitsprache erwerben.
Einrichtungen wie die Little Star Day School, die solche oder ähnliche Programme gezielt und altersgerecht einsetzen, zeigen damit: Zweisprachigkeit wird hier nicht dem Zufall überlassen. Sie wird gefördert, begleitet und dokumentiert.
Einer der häufigsten Sätze, die Eltern beim Erstgespräch sagen: „Wir haben wahrscheinlich den richtigen Zeitpunkt verpasst." Meistens stimmt das nicht. Aber der Zeitpunkt ist nicht irrelevant – und die Anforderungen an das pädagogische Konzept verschieben sich je nach Entwicklungsstufe erheblich.
Neurobiologisch gesehen sind die ersten sechs Lebensjahre das produktivste Zeitfenster für den Spracherwerb. Das Gehirn ist in dieser Phase plastischer als in jeder späteren: Es bildet phonologische Muster – also die Lautstruktur einer Sprache – mit einem Aufwand und einer Präzision, die im Erwachsenenalter nicht mehr erreichbar ist. Sprachen, die in dieser Phase erworben werden, klingen später nicht nach Fremdsprache. Sie klingen wie Muttersprache.
Das bedeutet nicht, dass ein Einstieg mit fünf Jahren zu spät wäre. Es bedeutet, dass das Konzept der Einrichtung auf die Ausgangslage des Kindes zugeschnitten sein muss. Ein zweijähriges Kind, das noch keine gefestigte Erstsprache hat, braucht etwas grundlegend anderes als ein fünfjähriges Kind, das auf Deutsch bereits erzählt, argumentiert und fragt.
Tabelle 3: Einstiegsalter und Anforderungen an das Sprachkonzept. Quellen: Bialystok (2011), Meisel (2018).
Ein Qualitätsmerkmal seriöser Einrichtungen: Sie differenzieren ihr Angebot nach Altersgruppen und können für jede Stufe konkret beschreiben, was pädagogisch anders ist. Einrichtungen, die für alle Kinder von null bis sechs Jahren dasselbe Konzept anwenden, ignorieren fundamentale Unterschiede in der Sprachentwicklung – und liefern damit für keine Altersgruppe wirklich optimale Förderung.
Das ist die Frage, bei der viele Schweizer Familien zögern – manchmal so lange, bis sie sich entscheiden, es gar nicht erst zu versuchen. Dabei ist das Zögern unbegründet. Ein bilingualer Kindergarten ist nicht für englischsprachige Familien reserviert. Er ist eine frühpädagogische Einrichtung, die für Kinder aller Sprachhintergründe konzipiert ist – und die ihre Wirksamkeit gerade dadurch entfaltet, dass sie Englisch als Alltagssprache erfahrbar macht, ohne dass Eltern diese Sprache beherrschen müssen.
Das Immersionsprinzip funktioniert, weil Kinder Sprache nicht über Bedeutungserklärungen erwerben, sondern über Handlungskontexte. Ein Kind, das täglich hört: „Time to wash your hands", während es an den Waschbecken geführt wird, muss diesen Satz nicht übersetzen. Es versteht ihn – nicht über Deutsch als Brücke, sondern direkt, weil der Kontext die Bedeutung trägt. Dieses Prinzip gilt für jedes Wort, jeden Satz, jede Sprachsituation, die ausreichend oft und konsistent vorkommt.
Für Kinder, die zu Hause kein Englisch sprechen, dauert die Anlaufphase möglicherweise etwas länger. In den ersten Wochen oder Monaten ist es normal, dass ein Kind auf englische Äusserungen zunächst gar nicht oder nur auf Deutsch reagiert. Das ist kein Versagen des Konzepts – es ist die sogenannte stille Phase, eine neurobiologisch beschriebene Entwicklungsphase, in der Kinder intensiv Sprache aufnehmen, ohne sie aktiv zu produzieren. Eltern, die diese Phase kennen, werden ruhiger damit umgehen.
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Sprachzusammensetzung der Kindergruppe. In einer gut aufgestellten bilingualen Einrichtung bringen die Kinder unterschiedliche Muttersprachen mit – Deutsch, Englisch, und oft weitere Familiensprachen. Dieser Mix schafft etwas, das kein Lehrprogramm ersetzen kann: natürliches Peer-Learning. Wenn zwei Kinder nur über Englisch miteinander kommunizieren können, weil das die einzige gemeinsame Sprache ist, wird Englisch plötzlich real – nicht als Schulfach, sondern als soziales Werkzeug. Genau das ist das Ziel.
Sie müssen zu Hause kein Englisch sprechen. Im Gegenteil: Wenn Sie die Sprache nicht auf einem hohen Niveau beherrschen, ist es besser, Sie sprechen gar kein Englisch mit Ihrem Kind, als unsicheres oder fehlerhaftes Englisch. Kinder sind ausgesprochen sensibel für Inkonsistenzen in der Sprachqualität. Was dagegen immer hilft: die Themen und Erlebnisse aus dem Kindergarten in Ihrer Familiensprache aufzugreifen, zuzuhören, nachzufragen und Interesse zu zeigen. Die emotionale Einbettung des Sprachlernens – das Gefühl, dass das, was im Kindergarten passiert, auch zu Hause wichtig ist – ist wertvoller als jede Vokabelwiederholung.
Diese Frage gehört zu den wichtigsten – und wird am häufigsten vergessen. Viele Eltern stellen sie erst dann, wenn der Schuleintritt konkret wird und sie merken, dass sie keine klare Antwort darauf haben. Zu diesem Zeitpunkt ist es für eine fundierte Entscheidung zu spät.
Der Lehrplan 21 ist der gemeinsame Referenzrahmen für die obligatorische Volksschule in den 21 Deutschschweizer Kantonen. Er definiert Kompetenzziele in allen relevanten Fächern und Entwicklungsbereichen – von Sprache und Mathematik über Natur und Technik bis zu sozialem und emotionalem Lernen. Für den Kindergarten gelten spezifische Vorläuferkompetenzen: phonologisches Bewusstsein, frühe mathematische Konzepte, Graphomotorik, Selbstregulation, Sozialverhalten.
Eine bilinguale Einrichtung, die diese Anforderungen nicht kennt oder ignoriert, kann ihren Absolventinnen und Absolventen das Leben beim Schuleintritt schwerer machen – nicht, weil das Kind sprachlich überfordert wäre, sondern weil zentrale Kompetenzziele nicht systematisch aufgebaut wurden. Das Risiko ist real, und es ist vermeidbar.
Tabelle 4: Lehrplanrahmen und ihre Bedeutung für den Schulübertritt in der Schweiz.
Die stärksten bilingualen Konzepte kombinieren den Lehrplan 21 mit einem internationalen Curriculum – und bereiten Kinder dadurch auf beide Schulwege gleichzeitig vor: öffentliche Volksschule und internationale Schule. Das ist kein Widerspruch. Es ist das Ziel eines durchdachten bilingualen Konzepts. Kinder, die so aufgewachsen sind, haben mehr Möglichkeiten – nicht weniger.
Eingewöhnung ist in jeder Kita ein emotional aufgeladenes Thema. Es ist der Moment, in dem Eltern zum ersten Mal ihr Kind loslassen – und in dem das Kind entscheidet, ob dieser Ort sicher ist. In einer bilingualen Einrichtung kommt eine Dimension hinzu, die in Standard-Ratgebern zur Eingewöhnung selten thematisiert wird: Das Kind tritt in eine Umgebung ein, in der ein erheblicher Teil der Kommunikation in einer Sprache stattfindet, die es nicht versteht.
Das ist kein Grund zur Beunruhigung – aber es ist ein Grund, genauer hinzuschauen. Denn die Frage ist nicht, ob ein Kind mit dieser Situation umgehen kann. Kinder können das – bemerkenswert gut und schnell. Die Frage ist, ob die Einrichtung sie dabei aktiv begleitet oder ob sie das Kind mit der sprachlichen Orientierungslosigkeit allein lässt.
Die Grundprinzipien guter Eingewöhnung gelten auch hier: schrittweise Verlängerung der Betreuungszeit, Begleitung durch ein Elternteil in den ersten Tagen, eine feste Bezugsperson, regelmässige Rückmeldung an die Familie. Im bilingualen Kontext kommen spezifische Anforderungen hinzu:
Eine englischsprachige Fachkraft, die in der Eingewöhnung bei einem aufgewühlten Kind ins Deutsche wechselt, meint es gut. Aber sie untergräbt damit das Fundament des Konzepts – denn das Kind lernt in diesem Moment: Wenn es schwierig wird, fällt die Sprache weg. Das ist das Gegenteil von Verlässlichkeit.
Ein gut ausgebildetes Team hat Strategien entwickelt, um auch in emotional herausfordernden Momenten in der jeweiligen Sprache zu bleiben – über Körpernähe, Mimik, Gesten, Melodie, Berührung. Das setzt Erfahrung voraus, Ausbildung und eine Haltung, die das Kind ernst nimmt. Fragen Sie beim Besuch konkret: „Wie reagiert Ihre englischsprachige Fachkraft, wenn ein Kind in der Eingewöhnungsphase sehr weint und noch kein Wort Englisch versteht?" Die Antwort zeigt, wie tief das Konzept in der täglichen Praxis verankert ist.
Da „englischer Kindergarten" kein geschützter Begriff ist, bleibt Ihnen als Eltern eine einzige verlässliche Methode: selbst hinschauen, konkret fragen und die Antworten kritisch einordnen. Das ist keine Überforderung – es ist eine Investition von ein bis zwei Stunden, die sich über Jahre auszahlt.
Qualität in einer bilingualen Einrichtung zeigt sich nicht in der Hochglanzbroschüre, nicht im Instagram-Account und nicht in der Anzahl der Google-Bewertungen. Sie zeigt sich darin, wie das Team auf unbequeme Fragen reagiert, wie Kinder beim Abholen wirken, und ob das, was versprochen wird, im Alltag erkennbar gelebt wird.
Wenn Sie beim Besuch nur eine einzige Frage stellen dürfen, dann diese: „Was passiert mit einem Kind, das nach drei Monaten noch kein Englisch versteht, sich sprachlich nicht zurechtfindet und täglich weint?"
Eine gute Antwort beschreibt einen konkreten, mehrstufigen Prozess: engmaschige Beobachtung, Elterngespräch, individuelle Anpassung der Sprachförderung, gezielte Unterstützung durch die Bezugsperson und falls nötig, Konsultation eines Sprachentwicklungsspezialisten. Eine schlechte Antwort versichert Ihnen pauschal, dass das nie vorkommt. Denn es kommt vor – und wie eine Einrichtung damit umgeht, ist der ehrlichste Qualitätsindikator, den Sie bekommen können.
„Englischer Kindergarten" ist in der Schweiz kein geschützter Begriff. Dahinter verbergen sich drei verschiedene Konzepte: rein englischsprachige Einrichtungen (primär für internationale Familien ohne Schweizer Volksschulperspektive), bilinguale Einrichtungen auf Deutsch und Englisch nach dem Immersionsprinzip (die häufigste und für Schweizer Familien relevanteste Form), sowie mehrsprachige Angebote mit drei oder mehr Sprachen. Dazu kommen Einrichtungen, die Englisch lediglich als Ergänzungsangebot führen, ohne ein echtes bilinguales Konzept zu verfolgen. Vor der Anmeldung ist es entscheidend, konkret zu fragen: Welche Sprache sprechen Ihre Fachkräfte im Alltag – und wie konsequent?
Nein – das ist einer der häufigsten Irrtümer. Manche Einrichtungen, die sich „englischer Kindergarten" nennen, arbeiten rein englischsprachig, ohne strukturiertes Deutsch und ohne Lehrplan-21-Anbindung. Andere sind tatsächlich bilingual nach dem Immersionsprinzip. Und in manchen Einrichtungen taucht Englisch vor allem in Liedern, Spielen oder wöchentlichen Native-Speaker-Besuchen auf – was wertvoll, aber kein bilinguales Konzept ist. Die Variante lässt sich nicht am Namen der Einrichtung ablesen, sondern nur durch gezielte Fragen beim Besuch.
Ja – vorausgesetzt, die bilinguale Einrichtung arbeitet mit einer nachgewiesenen Anbindung an den Lehrplan 21. Einrichtungen, die den Schweizer Curriculumrahmen in ihr Konzept integrieren, bereiten Kinder systematisch auf die Vorläuferkompetenzen vor, die beim Schuleintritt erwartet werden: phonologisches Bewusstsein, frühe mathematische Konzepte, Selbstregulation, Sozialverhalten. Rein englischsprachige Einrichtungen ohne LP21-Bezug können diesen Übergang erschweren. Fragen Sie beim Besuch konkret nach Erfahrungswerten mit dem Schulübertritt.
Nein. Das Immersionsprinzip ist so gestaltet, dass Kinder Englisch durch alltägliche Erfahrungen in der Einrichtung erwerben – nicht durch Übersetzung oder Vorbereitung zu Hause. Wenn Sie Englisch nicht auf einem hohen Niveau beherrschen, ist es sogar besser, die Sprache zu Hause nicht zu verwenden. Sprechen Sie die Sprache, die Sie wirklich gut können – Ihr Kind braucht sprachliche Tiefe und emotionale Sicherheit, keine Übungssequenzen. Was dagegen hilft: die Erlebnisse aus dem Kindergarten in Ihrer Familiensprache aufzugreifen und echtes Interesse zu zeigen.
Nein – das zeigt die Forschung der letzten Jahrzehnte eindeutig. Kinder, die konsequent nach dem Immersionsprinzip aufwachsen, entwickeln zwei parallele Sprachsysteme ohne Überforderung. Gelegentliches Code-Switching – das Mischen beider Sprachen – ist eine vollständig normale Durchgangsphase und kein Zeichen von Verwirrung oder sprachlicher Schwäche. Es löst sich auf, sobald das Kind die Zuordnung von Sprache und Person verinnerlicht hat. Bilinguale Kinder zeigen in Studien zudem Vorteile in exekutiven Funktionen wie Aufmerksamkeitssteuerung und kognitiver Flexibilität (Bialystok, 2011).
Je früher, desto günstiger sind die neurobiologischen Bedingungen – vor allem für phonologische Kompetenz und akzentfreien Grammatikerwerb. Viele bilinguale Einrichtungen in der Schweiz nehmen Kinder ab dem Säuglingsalter auf. Ein Einstieg mit drei bis fünf Jahren ist ebenfalls wirksam, stellt aber andere Anforderungen an das Konzept: Es muss strukturierte Sprachförderung bieten, die auf die bereits gefestigte Erstsprache aufbaut. Es gibt keinen Zeitpunkt, zu dem Zweisprachigkeit sinnlos wäre – aber je früher, desto natürlicher der Erwerb.
Ein bilingualer Kindergarten ist eine frühkindliche Betreuungseinrichtung für Kinder im Vorschulalter (typischerweise 0–6 Jahre). Internationale Schulen führen die Bildung ab dem Kindergartenalter durch bis zur Maturität und bieten ein vollständiges Schulprogramm nach internationalem Curriculum (z.B. International Baccalaureate). Ein qualitativ hochwertiger bilingualer Kindergarten mit LP21-Anbindung kann eine ideale Vorbereitung für beide Schulwege sein – öffentliche Volksschule und internationale Schule – und lässt die Entscheidung bis zum Schuleintritt bewusst offen.
„Englischer Kindergarten" klingt nach einer klaren Kategorie. Ist es nicht. Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Spektrum von Konzepten, das von echter bilingualer Frühbildung bis zu Englisch als wöchentlichem Singkreis reicht – und alles darunter nennt sich gleich.
Das ist keine Kritik an einzelnen Einrichtungen. Es ist eine Beschreibung eines unregulierten Marktes, auf dem Eltern die Verantwortung tragen, informiert zu entscheiden. Und informiert entscheiden können Sie nur, wenn Sie wissen, wonach Sie suchen – und welche Fragen Sie stellen müssen, um es zu finden.
Die Antwort auf Frage eins – Welche Variante passt zu unserer Familie? – gibt Ihnen die Richtung. Die Antworten auf die Fragen zwei bis sieben geben Ihnen die Sicherheit. Zusammen ergeben sie ein Bild, das verlässlicher ist als jede Broschüre, jede Online-Bewertung und jede Eröffnungsfeier mit frischen Blumen.
Am Ende bleibt die einfachste Frage die wichtigste: Fühlen Sie sich wohl, wenn Sie Ihr Kind morgens dort abgeben? Und fühlt sich Ihr Kind wohl, wenn es ankommt? Wenn beides stimmt – und wenn alle sieben Fragen eine überzeugende Antwort gefunden haben – dann haben Sie den richtigen Ort gefunden.
Seit 2001 begleiten wir Familien in Zürich und Zug. Unsere Familienberaterin nimmt sich gerne Zeit für ein persönliches Gespräch, um all Ihre Fragen zu beantworten und Ihnen unsere Räumlichkeiten zu zeigen.
✓ Zweisprachig (DE/EN)
✓ Familiengeführt seit 2001
✓ Standorte in Kilchberg, Sihlcity & Zug
Die Little Star Day School begrüsst neue Eltern im Jubiläumsjahr mit attraktiven Willkommensgeschenken.
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